Juni 2016:  

3-tägige Exkursion – Großschutzgebiete Süddeutschlands und ihre Strategien zur Inwertsetzung von Natur und Landschaft!  

Im Rahmen des Seminars „Inwertsetzung von Natur und Landschaft“ besuchten Studierende des Lehrstuhls drei Großschutzgebiete in Bayern und Baden-Württemberg, um unterschiedliche Naturschutzstrategien kennenzulernen.  
Bild: Werner Rolf und Tom Heinemann begleiteten die Exkursion vom Lehrstuhl; hier gemeinsam mit Exkursionsteilnehmer, Studierende der Masterstudiengänge UPIÖ (Umweltplanung und Ingenieurökologie) und LÖN (Landschaftsplanung, Ökologie und Naturschutz)

In den ersten beiden Tagen stand ein Besuch des Naturparks Nagefluhkette und des Nationalparks Schwarzwald auf dem Programm. Während sich die Strategie eines Naturparks mit „Schützen durch Nützen“ umschreiben lässt, lautet die Philosophie eines Nationalparks vielmehr „Natur Natur sein lassen“. Entsprechend können Ansätze zur Inwertsetzung ganz unterschiedlich ausgerichtet sein. Am dritten Tag Stand der Besuch des Biosphärengebiets Schwäbische Alb auf dem Programm. Von der UNESCO anerkannt, ist es Teil eines internationalen Netzwerks von Modellregionen, in denen beispielhaft schonende Wirtschaftsweisen von Naturgüter entwickelt und erprobt werden.

Teile der Exkursion fanden gemeinsam mit Studierenden von Prof. Dr. Roman Lenz, der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt, statt. Bei diesem Austausch standen Ansätze zum nachhaltigen, naturorientierten Tourismus sowie zur Integration von Naturschutzziele in die Produkterzeugung im Vordergrund. Zusammen mit Projektmanager, Erzeuger und Produktanbieter wurde diskutiert, wie sich durch regionale Wirtschaftskreisläufe Win-Win Situationen für die Regionalwirtschaft und den Naturschutz erzielen lassen.

Die abschließende Reflektion mit den Teilnehmern verdeutlichte, dass Naturschutz nicht nur ökologische Fragen aufwirft, sondern eine transdisziplinäre Betrachtungsweise bedarf. Dies spiegelt sich auch in forschungsmethodischen Anforderungen wider: "Um verschiedene Dimensionen zu betrachten, ist es sinnvoll, eine ökologisch orientierte Begleitforschung um sozio-ökonomische und sozio-kulturelle Betrachtungen zu ergänzen. Prozess- und akteursorientierte Forschungsansätze können Beiträge leisten, um kooperative und integrative Ansätze zu entwickeln und zu stärken", so Werner Rolf, Mitarbeiter und Exkursionsleiter, vom Lehrstuhl für Strategie und Management der Landschaftsentwicklung.

 

Impressionen: 
(Photos: Guggenberger, Rolf und Ruppert)

Tag 1: Landschaftskundliche Wanderung mit Sonja Hölzler von der Naturpark Geschäftstelle zur Alpe "Obere Kalle". Dortige Verkostung und Vorstellung der Initiative "Allgäuer Alpgenuss" durch Älpler Bernhard Gomm.
Besuch des Landschaftspflegehofs "Landschaftspflege mit Biss". Hoffführung und Vorstellung der Betriebsphilosophie durch Hof-Inhaber Frank Lamprecht und Tina Ott. Nachtlager in der Scheune; das Lagerfeuer brennt bereits...
Tag 2: Führung im Nationalpark Schwarzwald, mit Urs Reif, Dr. Dominik Rüede und Friederike Schneider (Gemeinderatmitglied) von der Nationalparkverwaltung.
Tag 3: Diskussion im Besucherzentrum des Biosphärengebietes Schwäbische Alb, mit Studierenden der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt (HfWU) und Rainer Striebel, von der Geschäftsstelle.
Besuch der Schäferei Stotz und Vorstellung der Initiative "Albmerino" durch Wanderschäferin Bärbel Stotz.
Besuch des Hofguts Hopfenburg. Vorstellung des Naturschutz- und Tourismuskonzepts der Ferienanlage, durch Architekt und Geschäftsführer Andreas Hartmaier.